Narzisstische Persönlichkeitsstörung



Ein Mensch mit einer narzisstischen Störung fühlt sich in seinem Selbstwert massiv bedroht. Er lebt in einer permanenten inneren Anspannung und pendelt zwischen Minderwertigkeitsgefühlen und maßlos überzogenem Selbstgefühl gepaart mit Arroganz hin und her.

Die Störung entsteht im frühen Kindesalter, wenn ein Kind Schutz und Ermunterung der Eltern braucht, damit sich sein Selbstwertgefühl festigen kann. Wird es in seinen Bedürfnissen nicht unterstützt, erlebt das Kind eine Überforderung. Es kommt häufig vor, dass das Kind bei seinen Eltern Verhaltensweisen wie Manipulation, Täuschungen und Lügen vorgelebt bekommt.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass in dieser falschen Atmosphäre einer heilen Scheinwelt, in der die Realität unklar und widersprüchlich ist, ein Kind verunsichert, hilflos und angespannt wird.

Besonders doppelte Botschaften, in denen die Erwachsenen andere Verhaltensweisen zeigen als sie äußern, bringen ein Kind in extreme Schwierigkeiten. Es lernt schließlich nur noch die Verhaltensweisen, die ihm die meisten Vorteile einbringen.

Auf diese Weise entstehen übergroße Selbstbezogenheit und eine Neigung zur Berechnung, wobei kaum Rücksicht auf andere genommen wird. Besonders auffällig ist die emotionale Kälte, die ein Erwachsener mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ausstrahlt.

Da aber der Betroffene selbst wenig unter seiner Störung leidet, sondern vor allem seine Umwelt, besonders Partner, seine Kinder oder Arbeitskollegen, findet er nur in ernsten Lebenskrisen wie Trennung oder Verlust des Arbeitsplatzes den Weg zum Therapeuten.

Erst dann beginnt das labile psychische System zu schwanken und es können Depressionen und ein Erschöpfungssyndrom entstehen. Dafür macht der Betroffene aber zunächst immer seine Umwelt verantwortlich. Doch einen Menschen, der jede Eigenverantwortung ablehnt, kann man nur sehr schwer behandeln.

Wer mit einem Narzissten zu tun hat, braucht unglaublich viel Geduld. Früher oder später zieht sich fast jeder resigniert und frustriert zurück.

Haben Narzissten Einsicht, so ist eine analytische Gesprächstherapie sehr erfolgreich, die einen größeren Zeitraum von bis zu 2 Jahren mit wöchentlichen Sitzungen in Anspruch nehmen kann.


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Leser-Kommentare (1)

  23.10.2011 19:54:04 von Esther Reindel

Narzissten sind voll verantwortlich für ihr Handeln und Tun. Kriminell wird es dann, wenn sie ihre Spielchen z. B. bewußt treiben und sich passende Opfer, Co-Abhängige z. B. in Internetforen suchen mit dem einzigen Ziel, diese Person, die eher als Objekt gesehen wird, als als Individuum, zu zerstören. Und Internet-Kontaktbörsen bieten hier eine ideale Plattform für solch gestörte Mitmenschen, weil sie nicht nach Partnern für einen gelingenden Beziehungsversuch suchen, sondern nach geeignetem Material, um ihre kranken Züge voll und ganz ausleben zu können, und dies sind meist Personen, die ihnen in vielen Bereichen unterlegen sind.
 

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