Ohrloch dehnen



Piercings sind innerhalb der vergangenen Jahre zu einem selbstverständlichem Körperschmuck forciert. In der Wahl des Schmuckstücks und der zu piercenden Körperstelle sind dabei keine Grenzen gesetzt. So gibt es Ringe oder Stecker in allen Farben und Größen, die an Ohren, Nasen, Augenbrauen, Lippen, Bauchnabeln oder sogar Intimbereichen wieder zu finden sind. Doch wie jeder Trend entwickelt sich auch der der Piercings weiter und bringt immer neue Erscheinungsformen zu Tage. Eine davon ist es zum Beispiel, sich das Ohrloch dehnen zu lassen.

Beim Dehnen eines Ohrlochs wird der Stichkanal eines bereits bestehenden Piercings nach dessen Abheilung künstlich erweitert, um größeren Schmuck einsetzen zu können. Das Dehnen ist ein permanenter Prozess, der nicht durch eine einmalige Sitzung beim Piercer erledigt werden kann. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, wird dem Kunden ein so genannter Dehnstab in das Ohrloch eingeführt.

Während der Behandlung sollten Handschuhe getragen werden, um Infektionen zu vermeiden. Später sollte das Ohrloch, wie nach dem Ohrloch- oder Piercingstechen auch, mit Desinfektionsmitteln behandelt werden. Die Methode mit dem Dehnstab ist die am meisten verwendete. Eine weitere Möglichkeit des Ohrlochdehnens ist die Teflonklebeband-Methode. Hierbei wird der bereits verwendete Plug (ein Tunnel, der bei bereits gedehnten Ohrlöchern benutzt wird) stückweise mit Teflonklebeband vergrößert und so bearbeitet in das Ohrloch eingesetzt. Durch diese Anwendung wird eine langsame und schonende Erweiterung des Ohrlochs erzielt.

Das Dehnen eines Ohrlochs sollte nur mit viel Geduld durchgeführt werden. Bei zu kurzen Wartezeiten zwischen den Dehnversuchen kann es zu Hautausstülpungen am Stichkanal, zu einem Einreißen des Ohrlochs oder zu Infektionen kommen. Auch auf das Material, welches zum Dehnen des Ohrlochs verwendet wird, sollte man besonderen Wert legen.

Durch das Erweitern, selbst wenn dieses vorschriftsmäßig durchgeführt wird, entstehen kleine Verletzungen in der Haut, durch welche gefährliche Bakterien, Keime oder Gifte in den Körper gelangen können. Deshalb sollte man möglichst Materialien wie Teflon, Titan, Stahl oder Dentalacryl verwenden. Ist das Ohrloch jedoch verheilt, ist die Verwendung eines jeden Materials möglich, wie zum Beispiel Holz.

Hat man sich für das Dehnen des Ohrlochs entschieden, so sollte man viel Wert auf die Pflege der zu behandelnden Stelle legen. Es empfiehlt sich, den Plug oder den Dehnstab während der Nacht aus dem Ohr zu entfernen, so dass die Haut um den Stichkanal besser verheilen kann. Auch sollte die betreffende Stelle so oft wie möglich mit pflegenden Ölen, wie zum Beispiel Oliven- oder Jojobaöl, behandelt werden. Der verwendete Schmuck sollte zudem täglich mit antibakterieller Seife oder Desinfektionsmittel gereinigt werden.


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