Paukenerguss



Der Paukenerguss ist ein Ereignis, das sich im Ohr direkt hinter dem Trommelfell abspielt. Dieser Raum wird als Paukenhöhle bezeichnet und ist normalerweise mit Luft gefüllt.

Seine Aufgabe ist die Belüftung des Innenohrs und die Regulierung des Druckausgleichs. Jeder kennt das unangenehme Gefühl, wenn man einen Druck im Innenohr verspürt. Für gewöhnlich geschieht dies, wenn sich der äußere oder innere Luftdruck plötzlich ändert. Die Paukenhöhle ist durch einen Abflussgang (Eustachische Röhre) direkt mit dem Rachen verbunden, durch den auch Flüssigkeiten abtransportiert werden können. Deshalb genügt es bei Luftdruck-Veränderungen, ein oder zwei Mal zu schlucken, um den Druck wieder auszugleichen.

Ein ähnliches Gefühl entsteht, in der Regel jedoch schmerzhafter, wenn im Rahmen einer Erkältung die Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum anschwellen und der Luftdruckausgleich nicht mehr funktioniert. Es bilden sich wässrige oder schleimige Sekrete, die durch das angeschwollene Paukenröhrchen nicht mehr in den Rachenraum abfließen können. Die Flüssigkeit sammelt sich, in einer kleinen Vertiefung der Paukenhöhle, direkt hinter dem Trommelfell: Ein Erguss bildet sich. Der Druck, der dabei auf das Trommelfell ausgeübt wird, kann äußerst schmerzhaft sein.

Kinder leiden häufig unter diesem Phänomen, wobei ein erstes Anzeichen oftmals plötzliche Schwerhörigkeit sein kann. Wenn es nicht gelingt, die Schwellungen mit Nasentropfen zum Abklingen zu bringen, wird der Hals-Nasen-Ohrenarzt zu einem kleinen Eingriff raten, der sofort Erleichterung bringt. Dabei wird ein kleiner Schnitt in das betäubte Trommelfell gemacht, so dass die Flüssigkeit nach außen durch das Ohr abfließen kann. Tritt der Paukenerguss öfter auf, wird in den meisten Fällen ein winziges Röhrchen in das Trommelfell eingesetzt. Es gibt mittlerweile Röhrchen, die sich nach einigen Wochen auflösen, so dass ein weiterer Eingriff nicht erforderlich ist.

Die Behandlung des Paukenergusses ist möglichst früh durchzuführen, da sich aus ihr eine eitrige Mittelohrentzündung entwickeln kann, bei der sich der Erguss durch einen Riss im Trommelfell entleert. Eine verschleppte Innenohrentzündung kann zu bleibenden Hörschäden führen. Durch Ausbreitung und Streuung der Keime können weitere Organe des Nasen-Rachenraums geschädigt werden. Andere Ursachen für einen Paukenerguss können Verwachsungen, Fehlbildungen oder Tumore sein.

Während der Paukenerguss bei Kindern meist schnell entdeckt wird, kann er bei Erwachsenen leicht fehl gedeutet werden. Die Symptome, wie leichte Schmerzen, die nur hin- und wieder bestehen, setzen schleichend ein und können monatelang unbemerkt bleiben. Abgesehen von der lokalen Betäubung, die bei Erwachsenen angewendet wird, während bei Kindern der Eingriff in einer kurzen Vollnarkose erfolgt, ist die Behandlung die Gleiche.




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