Pille und Antibiotika



Die Pille hat die Lebensplanung vor allem von Frauen, aber auch von Familien seit den Sechziger Jahren revolutioniert und ist heute das Verhütungsmittel Nummer Eins. Die modernen Präparate sind gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Sollte es Probleme geben, besteht die Möglichkeit, auf ein anderes Präparat umzusteigen, denn die notwendigen Wirkstoffe können unterschiedlich kombiniert werden. Dies hat zur Folge, dass für die meisten Frauen eine geeignete Pille gefunden werden kann.

Der Nachweis einer gravierenden gesundheitsschädlichen Wirkung der Pille ist immer wieder versucht worden, glücklicherweise ohne durchringenden Erfolg. Dagegen kann die Pille hilfreich zur Therapie von anderen Krankheiten wie etwa bei Akne oder Hormonproblemen durch Überproduktion von männlichen Hormonen bei der Frau eingesetzt werden. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sind bekannt und können zur Folge haben, dass die verhütende Wirkung aussetzt und die Frau trotz regelmäßiger Einnahme der Pille schwanger wird.

Bekannt ist eine solche Unverträglichkeit und deren Folgen von der Wechselwirkung der Pille mit Antibiotika: Diese Medikamente, welche zur Bekämpfung von Infektionen eingesetzt werden, haben das Leben der Menschen Jahrzehnte früher ähnlich revolutioniert wie die Pille. Seit Paul Ehrlich vor fast 100 Jahren das erste Antibiotikum entwickelte und erfolgreich gegen die Geschlechtskrankheit Syphilis anwandte, werden die verschiedenen Antibiotika weltweit erfolgreich gegen jene Krankheiten eingesetzt, welche früher zahlreichen Menschen das Leben kosteten, weil sie sich seuchenartig ausbreiteten und die Ärzte machlos zusehen mussten.

Die Wichtigkeit und die häufige Anwendung sowohl der Anti-Baby-Pille, als auch der Antibiotika ist nicht selten dafür verantwortlich, dass eine Frau beide Medikamente zeitgleich einnehmen muss. Dies hat keine gesundheitsschädigende Wirkung und ist vor allem dann dringend erforderlich, wenn die Frau an einer Infektion leidet, welche mit alternativen Heilmethoden nicht mehr in den Griff zu bekommen ist.

Hier muss die Frau nun wissen, dass das Antibiotikum die verhütende Wirkung der Pille unterdrücken kann. Hat die Frau während ihrer Krankheit oder in der Genesungsphase - das Antibiotikum muss an mindestens sieben bis zehn aufeinanderfolgenden Tagen eingenommen werden, damit die Infektion nicht wiederkehrt - sexuellen Kontakt und verhütet nicht zusätzlich, kann sie schwanger werden.

Dies ist aus medinizischer Sicht sehr bedenklich, denn durch die Infektionskrankheit ist der Körper der Frau geschwächt, was sich negativ auf den Schwangerschaftsbeginn auswirken kann. Darüber hinaus sollten Antibiotika während oder zu Beginn einer Schwangerschaft nur unter strengster Indikation eingenommen werden. Betrachtet man die persönliche Komponente, so kommt der Nachwuchs mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr ungelegen, denn sonst hätte die Frau die Pille nicht eingenommen. Jede Frau sollte also wissen, dass sie nach der Einnahme von Antibiotika bis zum Beginn des nächsten Zyklus zusätzlich verhüten muss.


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